Informationen zu Schutzmasken FFP2, medizinische Maske u.a.

Was ist was ?

 

"Mund-, Nasen-Bedeckung"

Den Ausdruck "Mund-Nasen-Bedeckung" haben wir monatelang in den Medien gehört und gelesen. Hier konnte jeder seiner eigene Vorstellung verwirklichen. Angefangen bei hochgezogenen T-Shirts über Plexi-Scheiben (sog. "face-shields") bis hin zu Stoff- oder Wollschals war hier alles zu finden. Mitunter nett und lustig anzusehen, jedoch mit Blick auf den Gesundheitsschutz aber zweifelhaft bis völlig nutzlos. Entscheidend war bestenfalls, sich an die Situation langsam zu gewöhnen, weiterhin Abstand zu halten und diese aus hygienischen Gründen nicht zu lange zu tragen. Die nun deutlich verbesserte Versorgungssituation mit zertifizierten Produkten erlaubt es aber, wieder mehr auf Nutzen und auf Qualität der Masken zu achten und dabei ruhig etwas wählerischer zu sein.

FAZIT

Nicht die erste Wahl.

 

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Medizinische Masken

Der Urtyp eines Atemschutzes, der vor Ansteckungsgefahren schützen soll, ist die sogenannte chirurgische Gesichtsmaske, synonym OP-Schutz, heute überwiegend medizinische Maske genannt. Sie besteht aus drei, fächerartig angeordneten Lagen Vlies, dem Spinnvlies innen und außen - übrigens eine Entwicklung aus der DDR, die Weltgeltung erlangt hat - und dem in der Mitte liegenden Meltblown. Alle drei Schichten werden einheitlich aus Polypropylen hergestellt, das dazu nicht zu Fäden gewebt, sprich nonwoven, sondern schmelzgeblasen wird, deshalb meltblown. Je nach bakterieller Filterleistung (BFE) der zentralen Vliestextur werden die Masken in Typ I (95%), Typ II (98%) und Typ II R (R steht für Spritzschutz des Trägers) unterteilt. Diese Leistungsmerkmale sind aber mit bloßem Auge nicht erkennbar, weshalb man sich auf die herstellerseits angegebene Klassifizierung des Produktes verlassen können muss. Masken, die dem Gesundheitsschutz dienen, sind ein Medizinprodukt, erkennbar am CE Zeichen. Stammt das Produkt nicht aus der EU, muss diesem ein vierstelligen Code folgen, der den Notified Body, zu Deutsch die „benannte Stelle“, ausweist, welche die Konformität mit dem EU-Standard festgestellt hat. Darüberhinaus muss der Original-Hersteller im Klartext aufgelistet sein. Auch wenn immer wieder auf die unzulänglichen Eigenschutzeigenschaften der medizinischen Masken hingewiesen wird, es gibt neuere Untersuchungen, die diesen Mangel relativieren. Auf der Habenseite verfügen die Masken über einen geringen Atemwiderstand, eine gute individuelle Passform und einen relativ hohen Tragekomfort.

 

FAZIT

Bester Kompromiss aus Schutz und Tragekomfort

Auf das CE Zeichen achten!

Bei nicht-EU Produzenten gegebenenfalls anhand des Codes die zertifizierende Stelle (den sog. "notified body") recherchieren, um Fälschungen auszuschließen.

 

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FFP Masken

Zu Vor-Corona-Zeiten wäre so leicht keinem eingefallen, sogenannte FFP  (filtering face piece) Masken der Kategorie 1 bis 3 im medizinischen Bereich gegen Krankheitserreger zu verwenden. Deren Hauptverwendungsgebiete sind und waren gewerbliche Situationen mit hoher Schadstoffbelastung in der Luft, Stichwort: Arbeitsschutz. Diese Masken müssen dicht schließen, die Partikel zuverlässig abfangen beziehungsweise abscheiden und dabei keinen allzu hohen Atemwiderstand bieten. Einzelne Vertreter tragen ein separates Ausatemventil. Nun mag man dieses Anforderungsprofil nahezu ideal für die Corona-Aerosole halten. Aber es ist nur dort vielleicht wirklich sinnvoll, wo die Belastung außergewöhnlich hoch ist. Also eventuell in der Corona-Ambulanz des Krankenhaus. Und dann wäre aber auch die Frage noch zu klären, ob FFP-Masken ein Medizinprodukt sind, das tatsächlich auch Schutz gegen Viren bietet, also diese so festhält wie Stäube und kleinste Verunreinigungen. Wer sich aus guten Gründen für diesen Maskentyp entscheidet, sollte eine filterlose Variante der Klasse zwei auswählen (FFP2), die möglichst großflächig die Mund-Nase-Region bedeckt und dabei beim Tragen keinen unangenehmen Anpressdruck erzeugt, um die Dichtigkeit zu gewährleisten. Im Material unterscheiden sich die modernen FFP-Masken nicht von den einfachen medizinischen Varianten. Sie sind lediglich aus vier Lagen Polypropylen. 

 

FAZIT

FFP2 respektive FFP3 Masken sind in Sondersituationen empfehlenswert - höherer Eigenschutz

FFP2 Masken sind in der Regel ausreichend groß, dennoch auf evtl. Größe achten.

Ohne Ausatemventil bevorzugen, da Ausatemluft ansonsten nicht gefiltert wird - niedriger Fremdschutz.

Möglichst mit CE Zeichen - auf evtl. Fälschungen achten (Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin "www.baua.de")

Gleichwertigkeitsübersicht: FFP2 (EU) ~ KN95 (CN) ~ N95 (USA) ~ P2 (AUS)

 

 

 

FFP2-Masken Recycling

  • Wiederverwendung von FFP2 Masken

    Immer wieder wird die Frage gestellt, ob eine Wiederverwendung von FFP2 Masken möglich ist. Der Fachbereich Gesundheit der FH Münster* hat sich aktuell dankenswerterweise einmal mit dieser Thematik beschäftigt und ist hierbei zu interessanten Ergebnissen gekommen, die sich leicht im Alltag umsetzen lassen. 

  • Was ist möglich?

    Es gibt zwei Möglichkeiten, getragene Masken für eine Wiederverwendung zu präparieren:

  • "Backofen-Methode"

    Möglichkeit 1: Wärme 

    80°C im Backofen, 1 Stunde lang mit Ober- und Unterhitze – nicht Umluft

     

    Die Wärmebehandlung im Backofen bei 80°C erfolgt über eine Stunde lang. Die Temperatur muss ziemlich exakt eingehalten werden, was bei modernen Backöfen keine besondere Herausforderung darstellen sollte. Die Maske erst in den Ofen legen, wenn die Temperatur erreicht und konstant ist. Auf gleichmäßigen Abstand zwischen Ober- und Unterhitze achten. Zur Sicherheit gegebenenfalls die Temperatur mit einem Bratenthermometer kontrollieren. Warum genau bei 80°C behandeln? Bei 70°C erfolgt nur eine unzureichende antimikrobielle Dekontamination und bei höheren Temperaturen leidet das Maskengewebe, was zu einem Funktionsverlust führt, denn die Maske besteht in der Regel aus thermolabilem Polypropylen. Überhitzte Masken in jedem Fall entsorgen!

  • Methode "Wäscheleine"

    Möglichkeit 2: Trocknung 

    und Wiederverwendung nach 7 Tagen

     

    Wer über einen Fundus von minimal 7 FFP2 Masken verfügt, kann diese Methode praktizieren. Die Maske wird einen Tag lang getragen und dann für den Rest der Woche zum Trocknen auf eine Leine gehängt. Nach 7 Tagen sollten alle SARS-CoV-2-Viren inaktiviert sein. Wichtig ist, dass ein ausreichender Luftaustausch in der Trocknungszeit gewährleistet ist. Gegebenenfalls die Maske mit dem Start der Trocknung kennzeichnen, um Verwechslungen zu vermeiden.

  • Quelle

    *)„Wiederverwendung von FFP2-Masken“, FH Münster, Fachbereich Gesundheit | MSH, Labor für Instrumentelle Analytik, Labor für Physik der Materialien / Elektronenmikroskopie, Fachbereich Design | MSD, Dezernat Hochschulkommunikation, WWU Münster, Institut für Hygiene, Institut für Molekulare Virologie, Gefördert durch: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Checkliste Maskenkauf

  • Achten Sie beim Maskenkauf auf ein CE Zeichen auf der Verpackung. Nur dann ist die Maske als Medizinprodukt registriert und darf als medizinische Maske bezeichnet werden.
  • Der Hersteller und der, der die Maske in Verkehr bringt, soweit es sich nicht um den Hersteller handelt, müssen auf der Verpackung im Klartext benannt werden. Das gilt auch für Produkte aus Fernost.
  • Wurde die medizinische Maske außerhalb der EU produziert, muss die Qualität durch ein zugelassenes Prüfinstitut bestätigt werden, erkennbar am vierstelligen Code neben dem CE Zeichen, zum Beispiel CE 0123 für TÜV Süd. Codes und Zertifikate sind im Netz aufrufbar. Dort wird auch auf Fakes hingewiesen.
  • Lassen Sie sich nicht von schillernden Zahlencodes und Symbolen auf den Verpackungen irritieren. In der EU ist die Sache recht einfach. Vertrauen Sie dem CE Zeichen. Schlimmstenfalls ist das allerdings gefakt. 

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